Die Familie von Neipperg blickt auf eine Weinbautradition bis ins 13. Jahrhundert zurück und ist ursprünglich im württembergischen Schwaigern beheimatet. In Bordeaux begann das Engagement 1971, als Stephan von Neippergs Vater Joseph-Hubert von Neipperg gleich mehrere Güter in Saint-Émilion erwarb: Château Canon-La-Gaffelière, La Mondotte, Clos de l’Oratoire und Château Peyreau. Später kam unter anderem Château d’Aiguilhe in den Côtes de Castillon hinzu. Stephan von Neipperg übernahm 1980er-Jahre die Verantwortung und gilt seither als treibende Kraft der stilistischen Erneuerung dieser Châteaux.
Die Weingüter liegen auf teilweise spektakulären Terroirs: Canon-La-Gaffelière am Fuss des Hügels von Saint-Émilion, La Mondotte auf dem kalkreichen Hochplateau, Clos de l’Oratoire an der Nordostflanke der Appellation und Château d’Aiguilhe auf einem hochgelegenen Kalksteinplateau in Castillon. Die Böden aus Kalk, Lehm und Mergel sowie das Mikroklima des rechten Ufers sind ideal für Merlot und Cabernet Franc, die das Rückgrat der Cuvées bilden, ergänzt durch Cabernet Sauvignon. In den 1990er-Jahren wurden die Weine teilweise im „Garagiste“-Stil mit sehr niedrigen Erträgen und kraftvoller Extraktion vinifiziert; seit den 2000er-Jahren setzt Stephan von Neipperg verstärkt auf Finesse, Frische und eine präzisere, weniger überladene Stilistik.
Die Vignobles Comtes von Neipperg arbeiten mit naturnaher Bewirtschaftung, strenger Selektion und einer sehr detaillierten Parzellenarbeit. Vinifiziert wird in modernen Kellern mit temperaturkontrollierten Gärbehältern, teils mit Ganztraubenanteilen, der Ausbau erfolgt in Barriques mit sorgfältig dosiertem Neuholzanteil. Die Weine – von Canon-La-Gaffelière und La Mondotte (Premier Grand Cru Classé B) bis zu den „kleineren“ Châteaux – gelten heute als sichere Werte für charakterstarke, elegante Bordeaux mit hervorragendem Lagerpotenzial.